Unconscious – Auf der Suche nach der Wahrheit

Allgemein, Rezensionen

„Ein großer Fehler der Menschen ist es zu denken, dass die Zeit stehen bleibt, solange sie keine Entscheidung getroffen haben. s.59“

Das Jugend-Fantasy Buch Unconscious – Auf der Suche nach der Wahrheit, veröffentlicht im September 2017, wurde von Adriano Cangemi geschrieben. Das Debut hat 137 Seiten und 13 Kapitel. Erzählt wird es in der dritten Person, mit Perspektivenwechsel.

fullsizeoutput_2f81.jpeg

Quelle: Privat

Advertisements

100 Jahre, 100 Bauwerke – John Hill

Allgemein, Rezensionen

Vor einiger Zeit habe ich hier mit „25 Architekten, die man kennen sollte“ das erste Buch vorgestellt, dass sich komplett mit Architektur auseinandergesetzt hat. Heute folgt das zweite. Ob ich es genauso gut und hilfreich finde? Lest es hier in der Rezension!


Die Jahrgangsbesten! 100 epochale Bauten von 1916–2015

100 Jahre – 100 Bauwerke ist eine Zusammenstellung der wichtigsten und innovativsten Gebäude der jüngeren Baugeschichte. Der renommierte Architektur-Experte John Hill ordnet jedem Jahr von 1916 bis 2015 ein wichtiges Bauwerk zu, darunter Erich Mendelsohns Einsteinturm (1921), das Centre George Pompidou von Renzo Piano und Richard Rogers (1977) oder das Guggenheim Bilbao von Frank Gehry (1997) – allesamt Meilensteine der Baugeschichte. Die begleitenden Texte erzählen spannend und unterhaltsam von den Architekten, ihren visionären Ideen und dem manchmal langwierigen Weg der Realisierung. Ein besonderes Plus dieser Publikation: Der freie Zugang für Besucher zu allen vorgestellten Gebäuden war ein entscheidendes Auswahlkriterium, um ein direktes Erleben der Architektur zu ermöglichen. Als praktische Orientierungshilfe dient zudem eine Weltkarte, in der alle Bauwerke verzeichnet sind, sowie ein einleitender Essay über architektonische Entwicklungen der letzten 100 Jahre. Eine spannende Architekturreise durch alle Kontinente. (Klappentext – Prestel-Verlag)

  • 100 Jahre : 100 Bauwerke100 Jahre, 100 Bauwerke–John Hill

  • Gebundene Ausgabe, 224 Seiten
  • Roman, Prestel-Verlag
  • ISBN-13: 978-3-7913-8262-3
  • Erscheinungsdatum: 03.10.2016
  • Preis: [D] 34,95 €*

Ich wollte das Buch einfach lesen, weil ich mir erhofft habe, damit noch mehr über Architektur zu lernen, ohne dabei wirklich „lernen“ zu müssen. Es hat mich einfach interessiert, wie sich die Architektur über die Jahre verändert hat, welche Ströme und Ideen es währenddessen gab und wer diese umgesetzt hat. Da hatte mich dieses Buch sofort angesprochen! Besonders da es einen Zeitraum von 100 Jahren abdeckt. Also im Grunde ein Zeitrahmen, der uns bis heute noch beeinflusst und auch heute noch spürbar und sichtbar ist. Nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang, um damit fertig zu werden.

Trotzdem hatte ich durch das Cover einige Bedenken. Ich verstehe den Sinn, dass auf dem Foto mindestens drei verschiedene Baustile an einem Ort vereint werden, aber ich finde, es sieht ein wenig einfallslos aus. Dieser einfache weiß-transparente Banner spricht mich nicht wirklich an und auch die Umsetzung der Foto-Idee ist irgendwie nur suboptimal. Nachdem ich dann jedoch die Leseprobe gelesen hatte, war ich überzeugt, dass dieses Buch gut werden könnte!

Der Rest der Aufmachung – die ja bei solchen Büchern auch immer eine große Aufgabe hat – wurde aber echt toll umgesetzt. Die Rückseite des Schutzumschlags sieht super aus und auch das Buch unter dem Schutzumschlag wurde sehr  gut gestaltet. (Meiner Meinung nach sind diese beiden „Nebencover“ einfach viel ansprechender und sehen auch viel qualitativer aus.) Auch beim Inneren kann ich wirklich nicht meckern! Alles ist in einem gleichen Muster gehalten und gibt dadurch eine gewisse Struktur und Lesefreundlichkeit vor. Auf der rechten Buchseite findet sich zu jedem Jahr jeweils entweder ein ganzseitiges Bild oder manchmal sogar zwei Bilder des Gebäudes. Zur Linken folgt dann das Jahr, der Titel des Hauses, der Name des Architekten oder Büros und der Standort. Darunter findet sich dann ein Text, der grob die Grundlagen des Objekts erläutert, hin und wieder aber auch Detailfragen nachgeht oder kurze Anekdoten zum Bau erzählt. Dieser Text ist jeweils begleitet von einer Beschreibung des Bildes in dem genau beschrieben wird, was dargestellt wird. Zum Ende des Buches findet sich noch einmal eine Zeitachse, einige Seiten, die nochmal einen Überblick über alle 100 Gebäude liefert und dazu in Stichpunkten noch ein paar weiter wichtige architektonische und geschichtliche Fakten liefert.

Die Texte sind hierbei gut geschrieben und auch für Laien verständlich. Hill deckt wirklich viele Dinge mit wenigen Sätzen ab, ohne dabei zu überladen zu werden. Wichtige Themen sind meistens die Entstehungsgeschichte der Bauten und deren Zusammenhänge mit der Geschichte. So geht er zum Beispiel darauf ein, wieso die Moderne in Kuba so stark durch dessen Revolution gehemmt wurde und erst Jahrzehnte nach Europa und den USA seine ersten Entwürfe in diese Richtung verbuchen konnte. Auch wie das Bauvorhaben das Leben und Schaffen der Architekten im weiteren Leben beeinflusst hat oder von früheren und anderen Werken beeinflusst wurde, wird thematisiert.

Die Auswahl der Gebäude ist natürlich auch nicht zu vernachlässigen. Denn es sind wirklich Gebäude! Nicht nur Wohnhäuser oder Appartmentklötze, sondern auch Museen, Kirchen, Kaufhäuser, Universitäten, Ministerien, Partei- und Unternehmenssitze und sogar erste verückte Versuche wie die Dymaxion-Wohnmaschiene lassen sich hier finden. Dabei schreibt der Autor des Buches auch selbst, dass es natürlich keine absolute Auswahl ist. Er musste sich bei jedem Jahr zwsichen dutzenden von Möglichkeiten entscheiden und eventuell hätte jemand anderes ganz andere Ideen bewundert. Damit John Hill nicht nur nach seinem eigenen Geschmack geht, hat er sich einige Kriterien für die Auswahl aufgestellt. Neben dem Ausschluskriterium, dass das Objekt heute noch zu sehen und zu besuchen sein muss, war es ihm wichtig aufzuzeigen, was die Jahre geformt hat, wie ihr Stil war, aber auch wer dabei herausgestochen ist. Hierfür nimmt er zum Beispiel die erstmalige Verwendung eines neuen Materials als Alleinstellungsmerkmal.

 

Ob die Fotos zu den Texten immer zu 100% repräsentativ sind, sei hingestellt,  aber sie geben dem Leser immer ein Bild von der Architektur und ihren Besonderheiten und sollen ja auch nur kurze Ein- und Überblicke geben. Auch hätte ich mir noch gerne hin und wieder ein Foto aus der Vogelperspektive oder sogar einen groben Bauplan des Gebäudes gewünscht, aber das hätte wahrscheinlich die Kosten gesprengt und dem ganzen Buch sowieso ein ganz anderes Ausmaß gegeben. Trotzdem ist es manchmal mit viel Vorstellungskraft oder Googlen verbunden, wenn man nur ein Foto aus dem Garten auf das Haus hat und der Autor über die zwei Flügel schreibt, „die unter anderem das Büro und die Doppelgarage beherrbergen und dem Haus eine bestimmte Hufeisenform geben“ (Beispielsatz). Aber man kann das natürlich auch als Vorteil sehen, da es den Leser zur Kreativität anspornt…

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass es einfach schön war, zwischendurch mal immer wieder ein paar Seiten zu lesen und sich die Bilder anzusehen (und dabei sogar noch etwas zu lernen).


Für mich das perfekte Buch, um zwischendurch einfach mal durchzublettern oder Tag für Tag ein paar Seiten zu entdecken. Ein interessante und lehrreiche Zusammenstellung! Große Empfehlung! – 4/5 Sternen

©Marlon

 

*Vielen Dank an den Prestel-Verlag, der mit das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat!