King of Scars – Neues aus dem Grishaverse (spoilerfrei)

Fantasy, Rezensionen

Zum Buch:

„King of Scars“ ist der erste Band einer Dilogie, die die Geschichte von Nikolai weiter erzählt. Das Buch erschien im August 2019 und hat 505 Seiten. Wie auch die Krähen Dilogie erschien es im Knaur-Verlag und gehört offiziell zum Grishaverse von Leigh Bardugo. Es kombiniert die Erzählstränge der Grischa Trilogie und der Krähen Dilogie, weshalb man beides vorher gelesen haben sollte.

Zu Inhalt:

Nikolai Lantsov ist der Zar Ravkas, doch diese Aufgabe ist neu für ihn. Zusammen mit seinen Verbündeten versucht er alles um Ravka zu neuem Glanz zu verhelfen ohne einen weiteren Bürgerkrieg auszulösen. Doch in Nikolai ruht etwas, von dem nur wenige Wissen. Ein Überbleibsel von der Konfrontation mit dem Dunklen. Etwas, das mit aller Macht versucht, an die Oberfläche zu kommen und Nikolai zu unterwerfen. Um es loszuwerden begibt sich der Zar auf eine Reise, die anders verläuft als geplant und am Ende steht er vor einer schwierigen Entscheidung. Würde er sein Leben riskieren um sein Land zu retten?

Mein Meinung:

Ich habe sehnsüchtig auf dieses Buch gewartet und mich riesig gefreut wieder in diese fantastische Welt, die Leigh Bardugo geschaffen hat, eintauchen zu können. Die Charaktere kennt man bereits aus den anderen Büchern des Grishaverse. Sie sind nach wie vor die Träger der Bücher und einfach einzigartig. Jeder einzelne ist grandios ausgearbeitet und durch Stärken und Schwächen sehr glaubwürdig. Es fühlt sich wie nach Hause kommen an. Auch zu den neu eingeführten Figuren hat man schnell einen Draht, zudem hat es etwas Erfrischendes ihre Geschichte zu erfahren.

King of Scars

Inhaltlich hätte ich von diesem Buch jedoch etwas anderes erwartet. Es fing vielversprechend an mit Geheimnissen, seltsamen Vorkommnissen und einer sehr düsteren Atmosphäre. Aber schnell wurde es sehr politisch und die Geschichte hatte sich in dieser Richtung gewissermaßen festgefahren. Eine ganze Weile drehte sich alles im Kreis und man kam von einer Strategiebesprechung zur nächsten. Aber gegen Ende wurde es wieder spannender. Man kam raus aus dem Palast und es kam wieder Bewegung in das Buch. Die Story bot plötzlich Plottwists und Personen tauchten auf mit denen man nie gerechnet hätte. Es bekam wieder den Charme eines Fantasyromans mit Magie und Action.

Bis zum Ende wurde immer mehr Fahrt aufgenommen, die Seiten flogen so dahin und dieser letzte Satz war einfach zerstörend. Einen fieseren Cliffhanger hätte man nicht wählen können. Jetzt heißt es warten auf Band 2.

An sich war das Buch super, auch wenn ich etwas anderes erwartet hätte. Es hat sich bis zur Hälfte ganz schön gezogen, aber die Geduld wurde mit einem rasanten und fesselndem Ende belohnt.

Eine Empfehlung?:

Für Fans des Grishaverse definitiv eine Empfehlung. Als Einsteigerbuch ist es aber nicht geeignet, man braucht das Vorwissen aus den ersten beiden Reihen.

Bewertung:

Da sich die Charaktere wieder mal in mein Herz geschlichen haben und diese Welt einfach nur grandios ist, gibt es trotzem 4 von 5 Sternen von mir. Das Ende hat vieles von der ersten Hälfte wieder ausgeglichen.



Wer hat das Buch schon gelesen und wie hat es euch gefallen?

Liebe Grüße,

eure Nessa ❤

„Doors – Vorsehung“ – Indiana Jones trifft Die Mumie

Rezensionen

„Die Vorsehung will versucht werden. Das ist das Geheimnis jeden Erfolges.“

>> George Bernard Shaw <<
 

 
Auch in der zweiten Staffel von „Doors“, hat sich Markus Heitz ganz schön was einfallen lassen. Es gibt, wie auch schon bei der ersten Staffel, eine Vorgeschichte, an deren Ende man selbst entscheiden kann wie es weitergehen soll. Eine junge Hackerin ist auf der Flucht vor ihren Verfolgern und hat im Todeskampf die Möglichkeit eine Nachricht zu übermitteln. Je nachdem für welchen Empfänger sie sich entscheidet, entwickelt sich die weitere Geschichte.
 
An dieser Stelle musste man sich für ein Buch entscheiden und meine Wahl viel auf „Vorsehung“. Das gute Stück umfasst mit Vorgeschichte 282 Seiten und erschien im August 2019 im Knaur-Verlag.
 
Die Geschichte behinnt in Japan. Ein reicher Unternehmer begrüßt seine Gäste und muss feststellen, dass zwei Leute gar nicht zur Feier eingeladen waren. Doch der Sache muss er später nachgehen, als jemand eine Rede beginnt und dem überraschten Gastgeber ein Geschenk überreicht. Den Sarg einer alten ägyptischen Priesterin. Was die spendablen Gäste nicht erwähnen, ist, dass die mumifizierte Priesterin ein Geheimnis birgt. Doch das werden sowohl die Gäste der Feier als auch alle anderen Menschen der Welt sehr bald erfahren. Das Chaos bricht los und es beginnt ein Abenteuer um die Welt und durch die Zeit, mit dem Ziel, die Menschheit zu retten. Natürlich spielen Türen wieder eine entscheidende Rolle dabei, aber welche müsst ihr selbst rausfinden.
 
Ich mache es mal kurz: dieses Buch ist der Wahnsinn.
 
Von Anfang an ist da eine gewisse Spannung. Man kennt weder die Protagonisten und auch die Handlung entwickelt sich gerade erst, aber diese Spannung ist da. Dieses was-passiert-als-nächstes-Gefühl. Man muss einfach wissen wie es weitergeht, zudem enden die Kapitel sehr gemein.
 
Der Schreibstil ist, wie immer bei Herrn Heitz, einfach grandios. Es kommen auch mal Beschreibungen vor, die sich etwas ziehen, aber das hat immer einen Grund. Es wird nichts zu Tode erklärt wenn es für die Handlung irrelevant ist. Da hat der Autor ein sehr gutes Maß gefunden, denn die Erklärungen sind sehr präzise und passend gesetzt.
Doors, Vorsehung
 
Die Protagonisten sind am Anfang unscheinbar und wirken nicht unbedingt sympathisch, doch das ändert sich mit der Zeit. Sie entwickeln im Laufe des Buches eine Persönlichkeit. Auf der einen Seite haben wir da den Familienvater, der eher versehentlich mit reingezogen wird und auf der anderen Seite die Tochter eines reichen Unternehmers, die da schon etwas tiefer mit drin steckt. Das interessanteste an diesen zwei recht unterschiedlichen Figuren ist dabei, dass sich zwischen ihnen doch eine gewisse Dynamik entwickelt. Sie schließen sich zusammen, obwohl sie aus völlig unterschiedlichen Welten kommen.
Mein einziger Kritikpunkt bei den Charakteren ist, dass sie mir persönlich beide nicht so sympathisch wurden, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich mochte andere Figuren lieber und das hat ein bisschen meinen Lesefluss gestört, da ich mich nicht unbedingt in die Protagonisten hineinversetzen konnte.
 
Die Story war genial, actionreich und rasant. Ich hatte beim Lesen das Gefühl ich würde einen Film schauen wie Indiana Jones, Nachts im Museum, die Mumie oder auch Jumanji. Es war einfach ein Abenteuerfeeling wie ich es bisher selten bei einem Buch erlebt habe. Ganz große klasse!
 
Das Setting kam etwas kurz, was mich aber nicht gestört hat. Man hat ein bisschen was von Tokio, Russland und Ägypten mitbekommen, aber nichts detailiert. Das brauchte die Story aber auch nicht, da man sehr schnell zwischen den Orten gewechselt hat. Man sollte also nicht die romantisch beschriebene, nächtliche Skyline von Tokio erwarten wenn man zu diesem Buch greift. Der Autor hat sich auf das wichtigste beschränkt, was mir sehr gut gefallen hat.
 
Natürlich gab es auch die ein oder andere Figur, der es ab einem gewissen Punkt nicht mehr so besonders gut ging. Um es nett zu formulieren. Markus Heitz hat kein Problem damit seine Figuren um die Ecke zu bringen und das auf die unterschiedlichstenund brutalsten Arten und Weisen.
 
Fazit: Es ist wieder mal ein grandioses Werk, das mit Action und Spannung den Leser fesselt. Ich bin begeistert und freue mich auf die weiteren Doors Bücher. Wegen kleiner Abzüge bei den Protragonisten bekommt dieses Buch von mir 4 von 5 Sterne. Eine klare Leseempfehlung!
 

 
Ein großes Dankeschön geht an den Knaur-Verlag, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat!
 

Habe ich euch neugierig gemacht? Lasst es mich wissen. 🙂

 

Liebe Grüße,

Vanessa ❤