Gibt es die perfekte Gesellschaft?

Rezensionen

„Aber wenn wir in der perfekten Gesellschaft leben, warum geht es mir dann so mies?“

  • Die Optimierer, Theresa Hannig; Seite 150

 

Zum Buch:

Der Roman „Die Optimierer“ ist das Debüt der jungen, deutschen Autorin Theresa Hannig. Das Buch erschien 2017 im Bastei Lübbe Verlag und umfasst 304 Seiten. Theresa Hannig gewann mit diesem Buch 2016 den Stefan-Lübbe-Preis.

Es dreht sich alles um die Frage, ob es die perfekte Gesellschaft gibt und wie weit ein Staat geht um diese zu erschaffen.

 

Zum Inhalt:

Es ist das Jahr 2052, und die EU wurde von der BEU, der Bundesrepublik Europa, abgelöst. Diese hat sich vom Rest der Welt komplett abgeschottet und lässt ihre Bürger rund um die Uhr bewachen. Jeder ist immer und überall vernetzt mit seiner Umgebung. Alles wird über hochmoderne Linsen erledigt – Einkaufen, Nachrichten schreiben, Autofahren. Zudem werden von der Regierung Roboter eingesetzt, die sich um das Wohl der Bevölkerung kümmern und für Sicherheit sorgen sollen. In der Optimalwohlökonomie soll es den Menschen an nichts fehlen. Von sogenannten Lebensberatern bekommt jeder arbeitsfähige Bürger den perfekten Platz in der Gesellschaft zugeteilt.18.11.17 360

Samson Freitag ist ein solcher Lebensberater und ein großer Verfechter des Systems. Er nimmt seinen Job sehr ernst und versucht immer ein vorbildlicher Bürger zu sein. Kurz vor der Beförderung wird ihm dann vorgeworfen einen Kunden falsch beraten zu haben. Das System hat ihn nun sehr genau im Auge und jeder noch so kleine Fehltritt hat Konsequenzen. Jeder Bürger muss optimiert werden, auch Samson. Als er anfängt das System zu hinterfragen, ist es fast schon zu spät.

 

Meine Meinung:

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, da man schnell durch das Buch kam und es sich sehr flüssig lesen ließ.

Auch wenn die Grundidee nichts Neues war, fand ich die Umsetzung richtig gut gelungen. Die Autorin hat die Welt, die sie erschaffen hat, sehr gut durchdacht und auch sehr verständlich vorgestellt. In vielen Büchern die in der Zukunft spielen, wird man von neuen Technologien erschlagen und man verliert recht schnell den Überblick, doch Theresa Hannig hat ein sehr gutes Gleichgewicht geschaffen zwischen der technischen Entwicklung und dem neues politischen System.

Die Geschichte brauchte einige Zeit um in Gang zu kommen, aber das ist Meckern auf hohem Niveau, da man auf den ersten 100 Seiten ein Gefühl für das Setting, den Protagonisten und das System bekommt.

Da kommen wir auch gleich zum nächsten positiven Aspekt, den Protagonisten. Samson Freitag war mir am Anfang des Buches noch recht unsympathisch. Er wurde als Spießer dargestellt, der total naiv einem fragwürdigen System vertraut und dient. Doch mit der Wende der Story entwickelte sich Samson zu einer sehr spannenden Person. Er fing an endlich eigene Entscheidungen zu treffen und nicht nur an sich selbst zu denken. Auch hinterfragte er die Dinge nun genauer und handelte plötzlich nachvollziehbar. Man nahm ihm seine Gefühle und Wahrnehmungen ab und fing an, mit ihm mitzufiebern. Er hat eine sehr positive Entwicklung durchgemacht und verwandelte sich vom unbeliebten Spießer zum aufregenden und teilweise unvorhersehbaren Helden.

Dieses Buch war zudem für einige Überraschungen gut. Es gab einen Plot-Twist den man einfach nicht erwartet und der meine Vorstellungen, wie die Geschichte ausgehen könnte, total zunichte gemacht hat. Ich wusste mit dieser neuen Entwicklung erst gar nichts anzufangen, aber dann ergab auf einmal alles einen Sinn.

Und dann kam auch schon das Ende. Viel zu früh meiner Meinung nach, denn ich wollte noch etwas länger in Samsons Welt bleiben. Aber dieses Ende war einfach genial gemacht. Es gibt da diesen einen letzten Satz, der einfach die Message dieses Buches so unglaublich gut zusammenfasst und der noch einmal die Gedanken anheizt. Man spinnt die Geschichte automatisch weiter und muss dann für sich selbst entscheiden, was er mit der Story anfängt. Das war tatsächlich eines der besten Enden, das ich in letzter Zeit gelesen habe.

 

Eine Empfehlung? :

Ganz klar, Ja! Jeder, der in eine Geschichte mit dystopischem Charme eintauchen möchte, die aber eine ernste Botschaft vermittelt, sollte zu diesem Buch greifen. Es ist allerdings keine Spätabend-Lektüre, da man sich schon etwas konzentrieren sollte beim Lesen. Ich würde das Buch Lesern ab 16 Jahren empfehlen, da es sowohl erotische, als auch vereinzelt brutale Szenen gibt.

 

Fazit:

Eine wahnsinnig tolle Geschichte, mit einer tollen Entwicklung und kontinuierlicher Spannung nach einer etwas längeren Anlaufzeit. Dieses Buch ist ideal um abzuschalten und ich zähle es definitiv zu meinen Jahresfavoriten. Für „Die Optimierer“ vergebe ich 5 von 5 Sternen.


 

Danke an den Bastei-Lübbe-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat. 🙂

Liebe Grüße und eine entspannte Weihnachtszeit wünscht,

Eure Vanessa 🙂

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Lesemonate August, September & Oktober – klein aber fein

Lesemonat

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es meine Lesemonate August, September & Oktober. Da alle drei Monate nicht sehr umfangreich waren, habe ich mich entschlossen sie zusammenzufassen.

Die Statistik:

  • 3 gelesene Bücher
  • 1.006 gelesene Seiten
  • 10,9 Seiten pro Tag