Der Helicopter-Coup – Blockbuster oder Flop?

Rezensionen

 

Vielen Dank an den Piper Verlag, dass ich das Buch lesen und besprechen durfte. Hier findet ihr die Leseprobe.

 


Zum Buch:

„Der Helicopter Coup“ ist ein Roman von dem schwedischen Schriftsteller und Drehbuchautoren Jonas Bonnier. Der 402 Seiten starke Thriller basiert auf einer wahren Begebenheit, in dem Fall auf einem Überfall, den es tatsächlich vor ein paar Jahren gab.

Der Autor hat mit den beteiligten Bankräubern ausführliche Interviews geführt, welche auch die Grundlage des Buches bilden. Derzeit ist eine Netflix-Verfilmung mit Jake Gyllenhal in Planung.

Der Roman spielt in Schweden und die Protagonisten bilden in dem Fall die 4 Bankräuber.

 

Zum Inhalt:

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum Menschen Banken ausrauben. Schulden, Gier, Nervenkitzel. Auf die vier Männer, die planen ein schwedisches Banknotendepot auszurauben, trifft alles zu. Jeder der vier hat ein anderes Motiv aber mit dem gleichen Ziel. Ein unglaublicher Coup mit einer Millionenbeute.

Sami Farhan, Niklas Nordgren, Michel Malouf und Zoran Petrovic planen mit Hilfe eines Helikopters vom Dach des Gebäudes zu fliehen und sich anschließend ins Ausland abzusetzen. Trotz einiger Hindernisse, gelingt es ihnen tatsächlich. Das verdanken sie Monaten der Planung, der Hilfe von anderen Kriminellen und Polizisten, die mit der Situation etwas überfordert waren.

Das ist so ziemlich alles, was man inhaltlich erwähnen kann.

 

Meine Meinung:

Zuerst würde ich gerne einmal loswerden, dass das eines der schönsten Bücher ist, die ich je besessen habe. Es ist unglaublich schlicht, aber bildhübsch. Und mit farbigen Buchschnitten kann man mich sowieso immer begeistern.

Jedoch sieht es mit der inhaltlichen Attraktivität etwas anders aus. Die Idee, einen Banküberfall als Buchvorlage zu verwenden finde ich sehr toll. Gerade dieser Aspekt, dass es wirklich so ähnlich abgelaufen ist, fasziniert mich. Jedoch ist der Überfall, der im Klappentext bereits geschildert wird, der tatsächlich spannendste Teil des Buches. Die ersten 350 Seiten beschreiben die Planung des Überfalls. Und eben das war der langweiligste Teil des Buches, weil ich alles vorhersehen konnte. Ich hatte von dem Überfall noch nie etwas gehört und wusste nichts über den Verlauf und trotzdem konnte ich jeden kleinen Schritt vorhersehen. Es war teilweise eine so naive Planung und jedes der Hindernisse, auf die die Protagonisten gestoßen sind, war selbstverschuldet.

Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt nach dem Inhalt – die Protagonisten. Ich habe es bisher echt selten erlebt, dass mir alle Personen in einem Buch unsympathisch waren. Hier war es leider der Fall. Von den Räubern über die Mitarbeiter des Banknotendepots bis hin zu den ermittelnden Beamten mochte ich nicht einen Charakter. Das könnte daran liegen, dass man keine der Personen näher kennenlernt. Es werden vor allem unglaublich viele Namen in die Geschichte geworfen ohne, dass der Leser die Chance bekommt sich ein Bild von ihnen zu machen. Es waren für mich nur Namen, die nicht nachvollziehbar gehandelt haben.

Zudem gab es Handlungsstränge, deren Bedeutung ich bis heute nicht herausgefunden habe. Sie wurden irgendwann in die Handlung eingewoben und verliefen dann im Sande. Es wirkte ein bisschen chaotisch.

Ein weiteres Problem hatte ich mit den ganzen Namen und Orten. Da das Buch nun einmal aus dem schwedischen kommt und ich das vorher wusste, werde ich dafür keine Punkte abziehen. Aber trotzdem haben die ganzen schwedischen Begriffe, Namen und Orte ungemein den Lesefluss beeinträchtigt.

Das Setting wird leider auch nur recht dürftig geschildert. Man erfährt zwar den Namen des jeweiligen Handlungsortes und eine grobe, bildliche Beschreibung, aber keinerlei Details. Das war sehr schade, da ja gerade ein Stadt-Setting diese Möglichkeit von einem anschaulichen Handlungsort bietet.

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da es sehr hoch angepriesen wurde. Meine Erwartungen konnte es jedoch nicht erfüllen.

 

Eine Empfehlung?:

Für Fans von schwedischen Büchern und Autoren ist es bestimmt etwas. Jemand der atemberaubende Spannung sucht, ist hier leider an der falschen Adresse.

 

Fazit:

Die nicht gut durchdachten und unsympathischen Charaktere, wurde hier viel Potenzial verschenkt. Es ist eine nette Geschichte, wenn man sich für den Überfall interessiert und was die Beweggründe der Täter waren, aber ein Blockbuster in Buchform, so wie es versprochen wurde, war es leider nicht.

Von mir gibt es 3 Sterne.

 


 

Schöne Pfingsten wünsche ich euch!
liebe Grüße, Vanessa ❤
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Leipziger Buchmesse 2018 – Mein Messesamstag

Allgemein, Specials

Um 8.20 Uhr fuhr der Bus aus Erfurt mit einiger Verspätung los. Wir kamen in Leipzig an und standen, wie viele andere auch, im Stau. Für die knapp 2 Kilometer bis zur Abfahrt, haben mir 45 Minuten gebraucht und dann nochmal 30 Minuten bis zur Messe. 10.45 Uhr kam ich im Pressezentrum an und habe mir meinen Ausweis abgeholt, der leider nicht mehr rechtzeitig per Post bei mir ankam. Es war das erste Mal, dass ich einen Presseausweis hatte und zum Presseeingang rein durfte. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Ich hatte eigentlich einen Termin im Auge, der mich sehr interessiert hat. Doch aufgrund des Staus und der Wetterlage, verpasste ich die Lesung von Andreas Brandhorst auf der Fantasy Leseinsel um genau 5 Minuten. Denn ich musste mir vom Pressezentrum aus erstmal einen Überblick verschaffen und gucken, wie ich in die Halle komme, in die ich wollte. Es gab nämlich wieder diese wunderbaren Einbahnstraßen. Und die superfreundlichen (Ironie!) Sicherheitsleute haben mir natürlich total freudig dabei geholfen, den richtigen Weg zu finden.

Ich kam dann tatsächlich in der Halle an in die ich wollte, aber die Lesung war vorbei. Da ich aber nun schon mal da war, habe ich mir diese Halle einfach als erstes angeschaut. Es wurde tatsächlich auch die Halle, in der ich mich schlussendlich am längsten und am häufigsten aufhielt.

So vergingen etwa zwei Stunden. Ich bin in Halle 2 rumgeschlendert, habe ab und zu mal in anderen Hallen vorbei geschaut und bin an diversen Ständen vorbeigegangen. Am Bastei Lübbe-Stand, durften dann die ersten Bücher bei mir einziehen. Und zwar die beiden Bücher von Laura Kneidl.

Der nächste Termin war dann die Lesung mit anschließender Signierstunde von Ursula Poznanski. Nachdem ich 20 Minuten am Loewe-Stand gewartet habe, viel mir auf, dass die Lesung ja ganz woanders stattfand (Das ist so typisch ich). Ich hatte mich schon gewundert, warum bei Frau Poznanski kaum jemand zusah. Am richtigen Stand angekommen, hatte ich echt Schwierigkeiten einen Sitzplatz zu finden. (Ja, so hatte ich mir eine Lesung von ihr eher vorgestellt). Noch bevor sie mit Lesen fertig war, habe ich mich zum Stand an dem sie signieren würde geschlichen und gehofft relativ weit vorne zu stehen. Natürlich hatten 100 andere Leute die gleiche Idee und so stand ich trotzdem noch 30 Minuten an.

Während ich da also wartete und alle 2 Minuten einen Schritt nach vorne machte, näherte ich mich immer mehr einem Stand, an der eine Science-Fiction Trilogie vorgestellt wurde. Die Cover waren nicht der Knaller, aber ich gehe zum Glück nicht nur nach Äußerlichkeiten. Ich stand irgendwann direkt neben dem Stand und bekam mit, wie der Autor persönlich seine Bücher vorgestellt hat. Da ich ja nicht weg konnte, musste ich zwangsläufig zuhören. Allerdings klang die Reihe dann so gut, dass ich sie mir gleich gekauft habe, nachdem ich bei Ursula Poznanski dran war (sie ist übrigens eine super sympathische Person). Der Autor, Chris Vandoni, hat mir seine Bücher dann auch noch signiert. Für die Bücher habe ich ein kleines Vermögen ausgegeben, aber im Nachhinein bin ich echt froh, dass ich einen kleinen Verlag unterstützen konnte.

Es ging für mich dann weiter zum Treffen mit einer Person, die mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen ist und die ich ohne die social media Plattformen vermutlich nie kennengelernt hätte. ❤ Wir haben uns hingesetzt und uns unterhalten über so viele Dinge. Es war so toll, sie mal wieder live zu treffen und mehr als nur 5 Worte zu wechseln. Unsere Wege trennten sich dann kurzzeitig, da wir unterschiedliche Termine hatten.

Ich ging direkt zum Congress Center zum LovelyBooks-Treffen, nur um dann festzustellen, dass ich mich um 2 Stunden verschätzt hatte. Ich dachte es fängt 16 Uhr an, aber es fing 14 Uhr schon an und war 16 Uhr zu Ende. So verpasste ich sehr elegant das Treffen und die Chance, meine extra für diesen Termin gekauften Laura Kneidl Bücher signieren zu lassen. Das war sehr ärgerlich, aber ich bin trotzdem zum LovelyBooks-Stand gegangen und habe mir mein Goodiebag abgeholt. Diese Menschen sind einfach der Wahnsinn, sie hatten absolutes Verständnis für meinen Fehler und ich durfte mir als Trost wenigstens das Goodiebag noch mitnehmen.

Danach wusste ich mit meiner Zeit nichts anzufangen. Ich bin ja davon ausgegangen, zwei Stunden beim LovelyBooks-Treffen zu verbringen. Also habe ich kurzerhand gefragt, wo sich meine Begleitperson für den Abend denn gerade aufhalte und habe versucht zu ihr zu kommen. Nachdem ich mich hoffnungslos verlaufen und sie mich Gott sei Dank gefunden hatte, haben wir uns eine Sitzgelegenheit gesucht und uns gestärkt und unterhalten.

Der Messetag war fast um, es blieben noch ca. 50 Minuten bis 18 Uhr und damit bis zur Schließung der Messe. Da wir einen wichtigen Termin am Abend mit begrenzten Plätzen hatten, machten wir uns etwas früher auf den Weg dorthin als eigentlich geplant. Mittlerweile waren wir zu dritt und als wir an der Haltestelle der Messe ankamen, mussten wir feststellen, dass auch in diesem Fall ca. 200 Leute die gleiche Idee hatten wie wir. Nämlich eher als alle anderen zu gehen um einen Platz in der Bah zu bekommen. Das Glück war voll auf unserer Seite wie man sieht. XD  Von dem absoluten Wetterchaos habe ich nämlich auch noch nichts erwähnt. Es fuhr kein einziger Zug von Leipzig weg oder nach Leipzig rein. Und auch die S-Bahnen fuhren nur begrenzt.

Als wir dann am Hauptbahnhof ankamen und uns ein Mann das erste Taxi geklaut hatte, stiegen wir in das nächste das anhielt und fuhren los zum letzten Termin des Abends  mitten in der Stadt – die Loewe-Lesenacht. Diese fand in einem winzigen Theater mit vielleicht 150 Plätzen statt und wir waren tatsächlich mit die ersten die da waren, 5 Minuten vor Einlass. Das Glück hatte uns am späten Abend also doch noch eingeholt. Wir bekamen dann tatsächlich Plätze in der zweiten Reihe und vor uns saßen die Autoren und Autorinnen, die an diesem Abend lesen würden. Ursula Poznanski, Margit Ruile, Derek Landy und noch eine sehr sympathische Autorin, deren Name mir ständig entfällt.

Alle haben aus ihren aktuellen Büchern gelesen und anschließend signiert. Es war eine supertolle Atmosphäre und man konnte den Autoren so nah kommen wie das auf einer Messe zum Beispiel nie möglich gewesen wäre. Es gab Gelegenheiten für kurze Gespräche, Fotos und Scherze. Das war der beste Abschluss, den dieser  Tag hätte haben können.

Mein Zug Richtung Heimat fuhr gegen halb 12 und Gott sei Dank hatte sich die Verkehrslage wieder etwas eingependelt. Züge fuhren wieder und nachdem wir mit dem Taxi am Bahnhof angekommen waren, verabschiedete ich mich von den beiden Mädels und ging zum Gleis. So endete die Leipziger Buchmesse 2018 für mich. Richtig glücklich und total übermüdet kam ich 0.50 Uhr in Erfurt am Bahnhof an bei -5°C.

Wie jede Buchmesse war es ein unglaubliches Erlebnis mit tollen Menschen, tollen Veranstaltungen und natürlich einer Tasche voll mit Büchern.

Ich freue mich wahnsinnig auf die nächste Messe und hoffe, auch mal einen von euch zu treffen. ❤


 

Liebe Grüße, Vanessa