Psycho – Robert Bloch ~ Das Buch zum Film

Allgemein, Rezensionen

Als die junge Maklerin Mary Crane von ihrem Chef 40.000 Dollar in die Hand gedrückt bekommt, kann sie zuerst gar nicht fassen, was sie da überhaupt tut: Anstatt das Geld zur Bank zu bringen, steigt sie in ihren Wagen und fährt zu ihrem Liebhaber, ins acht Stunden entfernte Fairvale. Langsam merkt sie jedoch, dass sie sich verfahren hat, wohl falsch abgebogen ist und sich hier nicht auskennt. Da erscheint das Motel an der Straßenseite, zwar ziemlich baufällig und unbeleuchtet, aber versuchen will sie es trotzdem. Und wie sie gehofft hatte, sitzt ein kauziger Mann an der Rezeption, der ihr zwar ein wenig Angst macht, aber immerhin ein Zimmer anbietet. Doch was zuerst wie ein schäbiges Motel am alten Highway aussieht, wird schnell zu einem Albtraum. Ein Albtraum aus dem Mary nie wieder entkommen wird… Denn es ist das Motel von Norman Bates.

Psycho

  • Robert Bloch
  • Taschenbuch
  • 192 Seiten
  • ISBN: 978-3-499-23597-9
  • € 9,99 [D]
  • Erschienen: 02.05.2014 – Rowohlt Verlag

Quelle: www.rowohlt.de

Als 1960 „Alfred Hitchcocks‘ Psycho“ veröffentlicht wurde, hieß es, dass Hitchcock wieder einmal ein einzigartiges Drehbuch geschrieben habe. Doch nur wenige wussten, dass es eigentlich „Robert Blochs‘ Psycho“ hätte heißen müssen. Die Geschichte basiert komplett auf seinem Buch, dass er ein Jahr zuvor veröffentlicht hatte. Hitchcock hatte die Filmrechte für geringe 9000 Dollar erworben und im Zuge dessen auch alle Kopien des Buches erworben, um das Ende des Films möglichst geheim zu halten. Als vor ein paar Jahren die Serie „Bates Motel“ veröffentlicht wurde, die sich mit der Vorgeschichte Norman Bates befasst, wurde der Original-Film und gleichzeitig auch einigen das Buch wieder ins Gedächtnis gerufen.

Oft wird „Psycho“ als „Meisterwerk der Horrorliteratur“ angepriesen. Schnell wird jedoch deutlich, dass es kein Thriller und auch kein Horror-Roman ist, sondern nur ein klassischer Krimi. Es beginnt mit der berühmten Dusch-Szene und ab da an erleben wir die Ermittlungsarbeiten und die Suche nach Mary. Daher ist die Aufschrift „Thriller“ auf dem Cover verwirrend und auch einfach schlichtweg falsch! „Roman“ hätte völlig ausgereicht und wertet das Buch ja auch nicht ab, wie man zum Beispiel an Stephen Kings Büchern sieht, die auch mit „Roman“ betitelt werden.

Man muss auch auch nicht mit den großen Wendungen und Plot-Twists rechnen, sondern kann sich auf den einzelnen großen Schlag am Ende freuen, der dafür aber sehr gut ist. Er dreht die ganze Geschichte herum und stellt sie in ein ganz anderes Licht, einen ganz anderen Rahmen. Dadurch, dass es aber sonst keine wichtigen Höhepunkte in der Geschichte gibt, zieht sie sich auch sehr und ist teilweise wirklich langweilig. Auch konnte an diesen Stellen nicht mit einem besonderen Setting, einer außergewöhnlichen Atmosphäre oder einem tollen Schreibstil überzeugt werden. Der Schreibstil war zwar okay, aber eben auch nichts besonderes oder etwas bei dem man sich an große Feinheiten und Eigenheiten im Nachhinein erinnert.

Zuerst dachte ich, dass so eine Geschichte auf 190 Seiten gar nicht die angemessene Bühne findet, aber jetzt bin ich froh, dass sie doch nicht länger war. Es wäre einfach eine übertriebene Ausschlachtung der Geschichte gewesen, die sich hier jedoch zum Glück sehr zurückgehalten hat. Es war auch schon so an sich leider einfach ein zäh zusammenhängender Plot, der keinen Platz für leichte Dialoge oder lebendige Szenen ließ. Es wirkte alles so undurchdringlich und komplett ohne Lichtblicke in Richtung Humor oder mal einen kleinen Einschub, der die Story aufgelockert hätte.

Doch auch obwohl sich meine vorangegangene Kritik eher schlecht angehört hat, mag ich das Buch doch irgendwie. Die Idee an sich ist ja auch wirklich gut, nur die Umsetzung hat halt ihre Mängel und hätte mehr Einfallsreichtum des Autors nötig gehabt. Der erste Mord war noch spannend, aber man kommt Norman Bates schnell auf die Schliche und wartet dann nur noch auf das Ende – das sich jedoch lohnt!

Dass Hitchcock ein Gespür für gute Geschichten hatte, wird auch an diesem Buch deutlich. Jedoch glaube ich, dass das Buch für Leute, die den Film bereits gesehen haben, sehr langweilig ist. Für mich steht der Film jedoch noch aus und von deshalb: – 3/5 Sterne

© Marlon

*Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Rowohlt-Verlag zur Verfügung gestellt

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