Wir fliegen, wenn wir fallen

Allgemein, Rezensionen

Zu gerne will ich jetzt einen Schritt auf sie zugehen. Nur einen. Mehr nicht. Dann kann ich sie in den Arm nehmen und ich kann ihr sagen, dass sie nicht mehr alleine ist. Aber sie würde mir nicht glauben. Ich glaube es mir ja noch nicht einmal selbst. s. 127

Der Jugendroman Wir fliegen, wenn wir fallen wurde von Ava Reed geschrieben und erschien anfangs 2017. Das Buch hat 293 Seiten und 39 ½ Kapitel. Es wird aus der Ich-Perspektive erzählt und wechselt zwischen den Hauptcharakteren ab. D 16.95€, in A 17.50€ und in CH 23.90CHF.

Ava Reed Print Vorschau.jpg

Quelle: Ava Reed

Inhalt

Seit einem schlimmen Schicksalsschlag ist Yaras Leben zerstört. Vertrauen kann sie nicht mehr und Menschen geht sie so gut es geht aus dem Weg. Nur Phil mag sie, ein älterer Herr aus dem Altersheim, welchem sie jeden Tag etwas Vorlesen kommt. Doch Phil verstirbt und alles was er ihr zurücklässt, ist ein Brief mit einer Liste. Eine Liste von zehn Wünschen, die Yara ihm erfüllen soll. Doch nicht alleine, sein unausstehlicher Enkel soll mitkommen. Yara und Noel beginnen eine Reise, dessen Ende sie nicht vorausahnen können und dabei lernen sie, wie schmerzhaft es sein kann, weiterzuleben. Schmerzhaft und befreiend.

Meine Meinung

Kürzlich bin ich auf einem anderen Blog auf dieses Buch gestoßen und das erste, was einem wohl so auffällt, ist dieses atemberaubendes Cover. Ich liebe es wirklich, diese Pusteblume, welche einen tieferen Sinn hat, aber auch die einzelnen Elemente, welche ein Teil der Geschichte erzählen. Gleichzeitig dieses Rot, was aber wie ein Sternenhimmel aussieht und hach. Es ist doch einfach wunderschön, nicht? 🙂 Der Titel gefällt mir auch so gut, er hat so viel Wahres in sich, ob man das Buch nun gelesen hat oder nicht. Er spricht einfach Leser an und das gefällt mir bei Bücher sehr, wenn sie ein grundlegendes Vertrauen in einem wecken können.

Die Charaktere sind bezaubernd. Yara mag ich wirklich sehr. Sie liebt Bücher (by the way^^). Ihre Art an sich ist sehr faszinierend, denn sie ist sehr verletzlich, doch da sie dies nicht zur Schau tragen will, scheint sie nach außen sehr taff. Außerdem muss sie mit einer großen Bürde auf sich leben, welche ich zum ersten Mal nachvollziehen konnte. Oft ist es doch so, dass sie immer ein riesen Drama machen, doch danach kommt etwas relativ Harmloses dabei raus. Doch hier in ihrem Fall, konnte ich Yara wirklich verstehen, wieso sie sich selbst die Schuld gibt. Schön war auch mitzuerleben, wie sie glücklicher wird. Der ganze Prozess war wie, wenn man ständig die Luft anhält und dann mit Yara zusammen ausatmet, sich entspannen kann und wieder nach vorne schauen.

Noel (also als erstes fand ich es sehr witzig, dass er Weihnachten heisst! 😉 ) ist ein wenig schwerer um sich in ihm wiederzufinden, denn er ist verschlossener. Während Yara sehr emotional ist, ist man bei ihm sehr unsicher, was genau jetzt los ist. Oder was er so denkt, was passiert ist. Um ihn gab es mehrere Geheimnisse, und daher war es schwerer Empathie mit ihm aufzubauen. Doch es gelang und ich wurde nicht enttäuscht, irgendwie würde man ihn gerne in die Arme nehmen. Er ist so verloren in dieser Welt, er probiert zwar Groß zu wirken, doch er fühlt sich mehr als mickrig. Dieses Zusammenspiel machten ihn wirklich sehr liebenswert, aber auch seine Gedanken und Sorgen liessen mich aufseufzen und wünschen, dass er doch endlich wieder an sich selbst glauben könnte. Yara und Noel zusammen waren unglaublich schön zu lesen. Wie sie sich selbst im Weg stehen, aber sich trotzdem helfen und einander mehr geben, als sie verstehen. Es war wirklich wunderschön.

Der Schreibstil finde ich sehr gut. Am Anfang hatte die Autorin eine Art Sätze zu schreiben, die mir sehr gefiel, doch mit der Zeit liess dies nach. Was mir auch sehr gut gefiel, waren die kurzen Kapitel. Ich habe noch nie ein Buch gelesen mit so kurzen Kapitel, doch gefielen sie mir hier sehr, sehr gut. Es brachte einen Zauber hervor, den ich wirklich zu schätzen weiß. Auch sonst war der Schreibstil flüssig und schön zu lesen. Ach und das ½ Kapitel, ganz am Schluss des Buches, konnte mich so sehr begeistern, wie schon lange kein Ende mehr.

Der Inhalt finde ich mehr als gelungen. Zusammen reisen sie um die halbe Welt und finden dabei wieder zu sich selbst. Eigentlich nichts Neues und doch hat Ava Reed noch einmal etwas Eigenes daraus gemacht. Yara und Noel sind sehr menschlich und haben wenig von typischen Protagonisten. Es gibt auch nicht das ewige hin und her. Sie tragen ihr Leiden auch nicht an die Oberfläche oder schenken diesen Dingen eine zu große Aufmerksamkeit. Natürlich gab es ab und an diese Stellen, die etwas zu sehr hervorgehoben wurden, und ja, die Geschichte ist vorhersehbar an manchen Stellen. Doch einerseits ist es ein Jugendbuch und andererseits, habe ich nicht das Gefühl, dass es um die Liebesgeschichte geht, oder ob sie am Schluss wieder lachen können. Es geht um den Weg dort hin, um zwei junge Erwachsene, die Tag für Tag überleben wollen, und mit einander beginnen, Tag für Tag zu leben. Was einfach einzigartig erzählt wird.

Fazit

Mir gefiel das Buch sehr gut, denn es vermittelt sehr viel Herzenswärme und glauben, dass wir alle doch immer weiterkommen. Daher kann ich es nur weiterempfehlen! Von mir kriegt das Buch 4 ½ Sternchen.

Viele liebe Grüße, eure Anjuli✨

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