Stephen King – Carrie

Rezensionen

Überhyped?

Ich habe schon zwei Bücher von Stephen King bis zur Hälfte gelesen, habe aber beide wieder abgebrochen – sie haben mir einfach nicht zugesagt. Jedoch hört man immer wieder von Leuten, Stephen King sei der beste Autor unserer Zeit und auch auf Booktube wird der Autor immer in den höchsten Tönen gelobt. Carrie ist sein erstes groß veröffentlichtes Werk und so dachte ich mir, werde ich mit diesem anfangen; und mal sehen, ob mir Stephen King vielleicht doch gefällt. Für einen Horror- und Thrillerfan wie mich, wäre es schon ein großer Verlust, wenn mir so ein Autor nicht zusagt 😉

Zwischen Fanatismus und Mobbing – Inhalt

Für Carrie lief das Leben noch nie so, wie man es sich erträumt. Seit Jahren wird sie aufgrund ihrer ruhigen, introvertierten und eher rückständigen Art von ihren Mitschülern gemobbt. Keine Situation wird ausgelassen, um Carrie Streiche zu spielen und Freunde, die sie unterstützen könnten, hat sie nicht. Auch ihre Mutter ist ihr kein großer Rückhalt, sondern ist eher der Grund für ihre Probleme. Der religiöse Fanatismus, in den sich Margaret White – ihre Mutter – hineingesteigert hat, hat jedoch nur noch wenig mit der Religion an sich zu tun. Carrie bezeichnet sie, einfach aufgrund des Faktes, dass sie ihr Kind ist, als Teufelsbrut, welche man ausrotten sollte. Als sie einmal versucht, die damals dreijährige Carrie umzubringen, lässt diese einen Steinregen auf das Haus niedergehen.

Und auch ihre Mitschüler versuchen sie  umzubringen… und auch gegen sie wird Carrie sich wehren…

>>Wann immer in Amerika irgendetwas Bedeutsames passiert, müssen gewisse Leute es vergolden, wie Babyschuhe. Auf diese Weise kann man es verharmlosen, vergessen. Aber Carrie White zu vergessen, könnte ein schlimmerer Fehler sein, als man sich auch nur vorstellen kann…<< (S.131)

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Telekinese mit verheerenden Folgen – Meine Meinung

Man kann es nicht anders sagen: Stephen King kann einfach schreiben! Er schafft es, selbst unglaubliche Dinge wie Telekinese – Carries Superkraft – so darzustellen und sie so zu erklären, als könnte es jedem von uns passieren, dass Steine auf unser Dach fallen. Er beschreibt Carries Emotionen zwar nicht sehr ausführlich, trotzdem kann man sich sehr gut in ihre Situation hereindenken und mit ihr mitfühlen. Carrie ist das klassische und für mich das beste Beispiel für eine perfekte Charakterentwicklung. Zu Anfang ist sie das schüchterne, komische Opfer ihrer Mitschüler und entwickelt sich zunehmend zu einer selbstbewussten Kämpferin gegen die Unterdrückung ihrer Mutter mit den Waffen der Telekinese. Generell sind eigentlich alle Charaktere zu Beginn unsympathisch und doch kann man sich in ihre Situation denken. Erst mit der Zeit kristallisiert sich heraus, wer eigentlich wirklich gegen Carrie ist und wer nur ein Mitläufer ist oder ihr sogar helfen will. Besonders aufgelockert wird das Buch durch die Einwürfe aus anderen fiktiven Büchern. So werden unter anderem Zeitungsartikel, fiktive Biographieauszüge und Ermittlungsakten eingebaut, die schon weit am Anfang ankündigen, dass alles in einer verheerenden Katastrophe enden wird – aber welche? Das Ende des Buches ist für mich etwas übertrieben, aber es passt ganz klar zu dem Buch.

Für mich ein sehr gutes Buches, dass sich super als Einstieg in die King-Welt eignet, da es genau seinen Schreibstil verkörpert, seine Künste aufzeigt, sehr kurz ist und besonders für Jugendliche ein super Thema hat.

3,5/5 Sterne

©Marlon

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Infos zur aktuellen Ausgabe:

  • Bastei Lübbe
  • 320 Seiten
  • 978-3-404-16958-0
  • 9,99 €
  • 22.11.2013
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9 Gedanken zu “Stephen King – Carrie

  1. Ich habe bisher erst ein Buch von King gelesen und das habe ich leider auch abrechen müssen, weil es mir nicht zugesagt hat. Dementsprechend bin ich sehr froh, dass es mir nicht alleine so geht. Sein Schreibstil ist, gar keine Frage, große Klasse, deshalb werde ich in naher Zukunft bestimmt noch mal ein Buch von ihm lesen.

    LG Julia

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    1. Hallo Julia! Danke für deinen Kommentar. Ich muss zugeben, dass ich immer noch nicht komplett überzeugt bin und glaube, dass mich der Schreibstil auch beim Lesen gehalten hat… Ich habe aber noch einiges von King auf dem SuB, mal gucken was da noch auf mich zukommt… Welches Buch hast du von ihm gelesen?

      LG Marlon

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      1. Hallo Marlon,

        ich habe ein recht aktuelles Werk von ihm gelesen – „Finderlohn“. Das Cover hat mich total angesprochen und der Klappentext klang auch sehr vielversprechend. Zudem ist es kein 1500 Seiten-Wälzer, dafür bräuchte ich nämlich 3 Wochen Urlaub. 😉 Leider war „Finderlohn“ doch recht zäh und irgendwann konnte auch der tolle Schreibstil nicht mehr über die nur sehr langsam voranschreitende Handlung hinweg täuschen. Sehr, sehr schade. Ich breche echt ungerne Bücher ab.

        LG Julia

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        1. Achso, die Bill Hodges Trilogie. Habe gehört, dass er bei den Büchern auch Mal was anderes ausprobieren wollte. Vielleicht sagen dir seine „Klassiker“ ja mehr zu. Ich werde ihm mit „Sie“ noch mal eine Chance geben. 🙂

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  2. Sprache und Stil sind wichtig, noch wichtiger jedoch der Inhalt. Es gibt Autoren, die den Leser zu sich herunter ziehen und welche, die ihn erhöhen. MMn gehört King zu den ersteren. Viele der heutigen Leserschaft fehlen vielleciht ja die Vergleiche, und jeder „liebt“ den Bestsellerautor, dessen Akzeptanz seinen Leser gleichermaßen bestätigen. Das erscheint mir die Psychologie. Was das Material anbelangt, ist z.B. E. A. Poe wie ein candle-light dinner – King wie ein hot dog 🙂

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  3. Von Mr. King habe ich alles – aber wirklich alles! – gelesen und kann seine Bücher jedem nur wärmstens ans Herz legen.

    Denjenigen, die mit dem klassischem Horror Probleme haben, empfehle ich „Dolores“, „Misery“ oder „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“. Sehr spannend, wirklich.

    Liebe Grüße

    Schauerfee

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