Jenny Milewski – Skalpelltanz

Allgemein, Rezensionen

Ein echter Skandinavier?

Hallo an euch da draußen!

Bis jetzt konnten mich Filme und Bücher aus Skandinavien – Schweden, Norwegen, Finnland… – noch nicht so richtig überzeugen. Der kühle Schreibstil, komische Namen und die zähe Story. Bei diesem Buch wusste ich erst, dass es von einer Schwedin geschrieben wurde, als ich es schon lange in meinem Bücherregal hatte. Deshalb und dadurch, dass es schon ähnliche Bücher gibt (Stephen King – Sie), bin ich mit gemischten Gefühlen an das Buch gegangen: Hoffentlich wird dieses Buch nicht wieder so „skandinavisch“! 😉

Lest ihr Bücher aus Skandinavien? Und habt ihr das Buch schon gelesen: Wie hat es euch gefallen?

>> Du denkst also, dass du bestimmst? Dass du mich steuerst? Einen Dreck bestimmst du. Ich bestimme. Hiermit.<< Er hielt die Säge hoch. >>Und jetzt bestimme ich, dass es an der Zeist ist von der Medizin zu kosten. Deiner eigenen verdammten Medizin.<<

Skalpell, bitte! – Inhalt

Seit Jahren verbringt der ausgebildete Chirurg Carl Cederfeldt sein Leben damit, in einem schwarzen Hummer durchs Land zu fahren, von Zuhause ausgebrochene Mädchen einzusammeln und sich um sie zu kümmern – auf seine Art und Weise. Er schlitzt sie auf, sägt ihnen Gliedmaßen vom Körper oder höhlt ihre Augen aus. Anders, als andere Seriemörder nicht aus einem besonderen Grund, wie Religion oder Fanatismus, sondern einfach weil es ihm Spaß macht.

Zum Glück ist er kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern einzig und allein der Fantasie des schwedischen Horrorautors Jonas Lermann ensprungen. Schon drei Bücher hat er über ihn geschrieben, doch plötzlich kommen ihm einfach keine Ideen mehr und er kann sich nicht überwinden, die Tastatur zu bedienen. Er hat genug von Blut, Gewalt und Gedärmen. Doch so einfach ist das nicht. Er kann seinen Schreibdrang nicht unterdrücken, arbeitet wie ferngesteuert und plötzlich geschehen in seiner Umgebung grausame Morde an jungen Mädchen. Und dann steht vor seinem Haus plötzlich ein großer schwarzer Hummer… Zum Glück ist Carl Cederfeldt kein Mensch aus Fleisch und Blut…

seiten

Präzise und Brutal – Meine Meinung

Jenny Milewski hat mich von Anfang an mit ihrem Buch gepackt. Es beginnt zwar nicht sofort spannend, aber auch die ersten 100 Seiten, auf denen man den Alltag unseres Protagonisten und einige Nebencharaktere kennenlernt, haben mich gefesselt, was wahrscheinlich auch an dem tollen Schreibstil liegt. Endlich habe ich auch mal ein Buch, bei dem ich sagen kann, dass ich „nur so durchgeflogen“ bin. 

Die Spannung ist zwar nicht durchgehend, aber hin und wieder ist sie plötzlich auf höchstem Level. Leider greift diese Spannung aber nicht wirklich immer, da die Autorin auch oft direkt danach eher einen „Platzhalter“ in Romanform, wie ein Treffen mit der Mutter des Protagonisten einfügt. Dadurch, dass die Namen relativ englisch und deutsch klingen, ließen sich diese – entgegen meiner Erwartungen – auch einfach lesen und haben mich nicht im Lesefluss gestört. Gefallen hat mir auch die Charakterentwicklung des Protagonisten, der erst als abgeklärter Horror-Schriftsteller und später als verletzter Sohn aufgetreten ist.

Leider hat mir das Ende nicht so gut gefallen. Es war irgendwie zu normal und auch nicht sehr spannend – Kein Thrill und auch kein Horror mehr, wie man es vom Rest des Buches kennt. Außerdem war es etwas abgedreht und besonders den Epilog fand ich schrecklich!

Alles in allem ein Debut, dass die Beschreibung „Thriller“ auf jeden Fall verdient und meinen Glauben an skandinavische Bücher ein wenig gerettet hat. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Jenny Milewski (Angstmädchen).

4/5 Sternen

©Marlon

>> Solche Dinge passieren nicht in der Realität. Nicht hier. Nicht bei uns. So etwas macht man in Filmen. Und in Büchern… Wie in deinen Büchern. Das hätte etwas sein können, dass du erfunden hast.<<

cover

Infos zu meiner Ausgabe:

  • Klappbroschur (400 Seiten)
  • Heyne (11.05.2015)
  • ISBN: 978-3-453-41837-0
  • 12,99€
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