Stephen King – Sie

Allgemein, Rezensionen

Auf ein Neues – doch nicht überhyped?

Heute, am letzten Tag meines Probemonats, melde ich mich nochmal. Vor eine paar Tagen habe ich noch die Rezension zu „Carrie“ hochgeladen und in den Kommentaren schon angedeutet, dass ich mich demnächst an „Sie“ heranmachen werde. Ich hatte dabei zwar eher einen Abstand von ein paar Wochen im Kopf, aber ich konnte nicht widerstehen und habe sofort zu dem Buch gegriffen. Carrie hat mich halt doch so weit überzeugt, dass ich Stephen King eine zweite Chance geben wollte…

Wenn Autoren über Autoren schreiben – Inhalt

Als der Schrifststeller Paul Sheldon seine Romanheldin Misery zum Abschluss seiner Serie sterben lässt, denkt er, er wäre endlich von ihr und ihrer Welt erlöst. Doch er hat sich zu früh gefreut. Nachdem er zur Feier des Tages eine Champagnerflasche geleert hat, macht er sich auf den Weg aus der Großstadt heraus – Er braucht Ruhe.

Auf einer Landstraße gerät sein Wagen jedoch ins Schleudern und rast in den Abgrund. Doch man kann ihn retten! Annie Wilkes, eine ehemalige Krankenschwester, zieht in aus seinem verschneiten Wrack und nimmt ihn in ihrer einsamen Blockhütte auf. Sie schient seine gebrochenen Beine und gibt ihm Medikamente und Nahrung. Doch gerettet ist er noch lange nicht… Sie nennt sich selbst den „Nummer 1 Fan“ seiner Bücher und kann nicht fassen, dass er ihrer Lieblingsreihe ein so plötzliches Ende bereitet hat. Sie zwingt ihn einen neuen Misery-Roman zu schreiben und Misery wieder zum Leben zu erwecken. Er würde noch bedauern, jemals aus seinem Wagen gerettet worden zu sein…

»Sie werden einfach hier Sitzen bleiben […] und Sie werden darüber nachdenken, wer hier das Sagen hat, und über alles, was ich tun kann, um Ihnen Schmerzen zuzufügen, sollten Sie versuchen, mich zu übertölpeln oder auszutricksen. Sie werden hier sitzen und können gerne schreien, wenn Sie möchten, weil Sie niemand hören wird. Niemand kommt hierher, weil alle wissen, dass Annie Wilkes verrückt ist. Sie wissen alle, was sie getan hat, auch wenn sie freigesprochen wurde.« (S.100)

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Zu böse um wahr zu sein – Meine Meinung

Für mich hat es sich ganz klar gelohnt, Stephen King noch eine weitere Chance zu geben. Die Geschichte ist viel ausgefeilter als bei Carrie und auch – obwohl Carrie schon sehr gut gezeichnet war – kann ihr Charakter nicht mit dem von Annie Wilkes mithalten. Annie wirkt wie das Paradebeispiel eines Psychopathen mit ihren wechselhaften Emotionen, ihrer eigenen Welt und einem besonderen Verständnis der Außenwelt. Auch Paul Sheldon macht während der Geschichte eine Verwandlung durch: Vom ängstlichen und wütenden Gefangenen zum provozierenden und trickreichen Gegenspieler. Dadurch, dass Stephen King zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Sie“ schon einige andere Romane veröffentlicht hat, kommt Paul auch viel glaubwürdiger rüber, da er mit Fachwissen über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern glänzen kann. Ein toller Aspekt ist auch, dass man den Unfall an sich gar nicht miterlebt, sondern nur Pauls und Annies Erinnerugen und Erzählungen den Leser aufklären. Bewunderndswert finde ich auch, dass sich die Geschichte zu mindestens 3/4 in einem Raum abspielt, man aber trotzdem durchweg am Lesen gehalten wird und mitfiebert.

Ich persönlich sehe das Buch auch ein wenig als Metapher für King selbst, von dem die Leser nur Horror lesen wollen und wenn er damit aufhören würde, die Leser ihn auch „zwingen“ würden, weiterzuschreiben. Vielleicht möchte er einfach damit sagen, dass er auch mal etwas anderes schreiben möchte?

Ich finde es ist wirklich ein Meisterwerk, das man gelesen haben muss! Von der Handlung über die Charaktere bis zu den Dialogen war alles perfekt und ausgereift. Stephen Kings Aushängeschild, sein Schreibstil, konnte auch wieder nur überzeugen und hat sehr zur spannenden Atmosphäre verholfen.

5/5 Sterne

Zum Ende meines Probemonats möchte ich mich auch noch mal sehr bei allen bedanken, die fleißig unter meinen Beiträgen kommentiert und geliked haben, auch wenn ich manchmal etwas ausschweifend geschrieben habe 🙂 . Es hat mir viel Spaß gemacht, über meine Meinung zu schreiben und eure Erfahrungen zu hören und hoffe, dass euch meine Posts auch gefallen haben. Danke auch an „DIE BUCHBLOGGER“, die mir den Probemonat überhaupt ermöglicht haben. Mal sehen wie es weitergeht, vielleicht schreibe ich ja bald schon wieder 😉

©Marlon

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Infos zur aktuellen Ausgabe:

Young Elites – Gemeinschaft der Dolche

Allgemein, Neuzugänge, Rezensionen

Hallo ihr Lieben :),

Wir, Nessi und Anjuli, haben gleichzeitig dieses Buch gelesen und freuen uns nun, euch hier von unseren unterschiedlichen Meinungen zu erzählen! Viel Spaß 😊

Niemand will wirklich, dass man ist, wie man ist. Die Menschen wollen, dass man die Version seiner selbst ist, die sie mögen. s. 112

Der Jugend-Fantasy-Roman Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche wurde von Marie Lu geschrieben. Es wird immer aus der Ich-Perspektive erzählt, allerdings ändern sich die Erzähler. Noch andere Infos:

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Loewe; Auflage: 1 (16. Januar 2017)
Original Sprache: Englisch, hier Deutsch
ISBN-13: 978-3785583531
Preis: 18,95€, 27.90CHF
auch als E-Book erhältlich