#18.12

Allgemein

Mit jeder Sekunde die verstrich, vermisste ich meine wahren Freunde und meine Familie mehr

Close-up of Hand Holding Cup

Völlig überzeugt von meinem Plan den alten Mann mitzunehmen, stieg ich wieder in mein Auto. Etwas schwerfällig ließ dieser sich neben mich fallen. Er wirkte erschöpft und zugleich sehr glücklich. Der alte Mann schenkte mir ein lächeln und ich fuhr los. Ich wusste nicht genau wo wir waren, weshalb ich erstmal orientierungslos die Gegend erkunden musste. Doch schon bald entdeckte ich ein Schild was mich zur Erkenntnis brachte, dass wir uns viel weiter weg befanden als ich erwartet hätte .
Wir fuhren mehrere Stunden, bevor wir uns dazu entschieden in einer Kleinstadt eine Rast zu machen. Es war schon dunkel, jedoch wurde hier alles durch Adventsbeleuchtung erhellt. Zu meiner Überraschung gelangten wir zu Fuß schnell zu einem Weihnachtsmarkt. Es roch nach gebrannten Mandeln und Punsch der einem das Herz wärmte. In einer Ecke sang ein Kinderchor, deren Stimmen man mit Engeln vergleichen könnte. Das Zentrum des Marktes war eine  große Schlittschuhbahn. Durch die hervorkommenden Erinnerungen und diese unübertreffliche Weihnachtsstimmung beflügelt, vergaß ich den alten Mann. Ich trat nah an die Bahn heran und bemerkte, dass ich da nicht die einzigste war. Alle Augen  in unmittelbarer Nähe richteten sich auf ein eislaufendes Mädchen. Es bewegte sich so anmutig, dass es nur meiner Fantasie entspringen konnte. Plötzlich blieb es ruckartig stehen und der Bann war wie gebrochen. Die Menschen wendeten sich wieder ab und es herrschte um die Bahn reges Treiben. Unerwarteter Weise blickte das Mädchen zu mir und machte eine Handbewegung die andeutete zu ihr zu kommen. Ich zögerte kurz, doch schaute mich gleich nach einer Schlittschuh Ausleihe um. Wenige Minuten später steuerte ich wackelig auf sie zu. Sie blickte mich freundlich an und hielt mich an meinem Arm fest, um mich vor einem Sturz zu bewahren. „Mina“ sagte sie und guckte mich fragend an. Ich räusperte mich „Fynn“. Sie lächelte und lies mich los. Wie aus zauberhand konnte ich stehen bleiben. Wagemutig nahm ich ein paar Schritte, die mir erstaunlich gut gelangen. Die nächsten Minuten oder Stunden vergingen wie im Flug. Wir verstanden uns ohne viel Worte und ich verspürte seit langem wirklich wieder das Gefühl von Freundschaft. Beim Pfferkuchen essen musste ich trotz aller Freude an meine Familie denken. Es entstand mit jeder Minute ein romantischerer  Abend. Das versetzte mich ungewollt in Panik. Das ist nicht das worauf ich hinaus wollte. Doch Minas blicke wurden immer länger und ihr Gemüt mit jedem Punsch haltloser. Es war letztendlich eindeutig worauf sie hinaus wollte. Schlagartig musste ich an den alten Mann denken. Ich taumelte ein paar Schritte zurück und verabschiedete mich hastig. Mina guckte verwirrt hinterher. Mit jeder Sekunde die verstrich, vermisste ich meine wahren Freunde und meine Familie mehr. Ich lief mit schnellen Schritten durch die fröhliche Menge und hielt nach einem grauen Haarschopf ausschau. Plötzlich entdeckte ich abseits von den Marktständen eine Bank mit dem grinsenden alten Mann. „Ich habe auf dich gewartet“ sagte er, wobei keine Anschuldigung mitschwang. Ich nickte eilig. „Lass uns gehen.“ Mit diesen Worten verschwanden wir.

Die Reise endet am 25. 12. Vielen Dank für eure Wörter!

Der letzte Teil: Teil 2

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