#11.12. andere Umstände

Allgemein

so es ist mal wieder Sonntag und das bedeutet, dass die Abenteuer von Fynn weitergehen…mal schauen was er noch so alles erlebt:

Schweren Herzes steige ich wieder in mein Auto und mache mich auf den Weg. Durch den starken Schneesturm ist die ganze Landschaft mit einer dicken Schicht Schnee bedeckt, es sieht aus als hätte Frau Holle ein bisschen zu sehr ihre Betten geschüttelt. Obwohl es nur noch leicht schneit, ist die Fahrt über die rutschigen Straßen mühsam. Doch das macht mir nichts aus; ich bewundere noch immer diese märchenhaft wirkende Umgebung. Schnee macht die ganze Welt irgendwie friedlicher, alles wirkt ruhiger und besonnen. Ein Gefühl des Glückseligkeit durchströmt meinen Körper. Noch schöner ist es zu wissen, dass ich mit durch meine Hilfe eine Familie glücklich gemacht habe. Ein bisschen beneide ich Nina und Tom um ihre Familie… wie gern ich doch jetzt auch bei meiner wäre…´Obwohl ich das vor ein paar Tagen (oder waren es nur wenige Stunden, ich habe jegliches Zeitgefühl verloren) ganz sicherlich nicht so gesagt hätte!

Ich durchquere einen Wald und die Landschaft um mich herum wird immer karger und einsamer. Nach einer Weile komme ich an eine kleine Hütte aus deren Schornstein Rauch qualmt. Es interessiert mich wer so weit weg von jeglichem Leben wohnt. Ich beschließe anzuhalten und diese Menschen kennenzulernen. Vielleicht habe ich Glück und es ist wieder eine so bereichernde Erfahrung wie im Waisenhaus.20161209_114747.jpg

Ich klopfe an die Tür und ein alter , kleiner Mann öffnet mir. Er sieht mich überrascht an, schließlich kommen hier am „Ende der Welt“ nicht jeden Tag Leute vorbei, die dazu auch noch um Einlass bitten. Er scheint jedoch erfreut und bittet mich in seine Hütte. Das Haus besteht aus einem einzigen Raum, in dem eine kleine Küchenzelle steht, ein Schlafsofa und ein Tisch mit zwei Stühlen. Trotz des geringen Platzes vermittelt der Raum eine unglaubliche Gemütlichkeit und Wärme. Ich fühle mich direkt Zuhause. Der Mann stellt mir keine Fragen über mein Kommen, aber er scheint glücklich zu sein, nicht mehr alleine den Abend zu verbringen. Wir setzen uns auf das kleine Schlafsofa und der Alte bietet mir heißen Tee und frisch gebackenen Schmalzkuchen an.

Nach dem wir uns bei Kerzenschein eine Weile unterhalten habe, erfahre ich, dass der Mann schon seit vielen Jahren alleine lebt. Seine geliebte Frau ist früh gestorben und die Kinder sind schon lange aus dem Haus. Sie kommen ihren Vater nur sehr selten besuchen. Er bedauert, dass er Weihnachten dieses Jahr wieder alleine feiern muss, früher war dies immer ihr gemeinsames Familienfest. Mit glänzenden Augen erzählt er mir von dem fröhlichen Kinderlachen seine Töchter und den erwartungsvollen und gespannten Blicken am Vorweihnachtsabend seiner Söhne. Ein weiteres Mal wird mir klar, wie sehr ich meine Familie vermisse. Der Mann muss meinen Stimmungswechsel gespürt haben, denn er bittet mich mit ihm nach draußen zu gehen.

Es ist mittlerweile dunkel, nur das Weiß des Schnees erhellt die Umgebung. Mit vielen kuschligen Decken umhüllt, setzten wir uns auf seine Gartenbank und starren in den Himmel. Keiner von uns beiden sagt etwas, doch es ist keine unangenehme Stille. Ich spüre eine ganz besondere Verbindung zu diesem Mann, nur mit Blicken verstehen wir uns. Plötzlich entdecken wir eine Sternschnuppe am dunklen Himmel. Ich kann in seinem Blick lesen was er sich gewünscht hat und ihm geht es ähnlich mit mir. Wir lächeln uns an. Wir wollen beide Weihnachten mit unserer Familie verbringen. Ich fasse einen Entschluss: ich werde mich auf den Rückweg machen, zu meinen Liebsten, aber den alten Mann nehme ich mit. Durch Nina und Tom und durch ihn habe ich gelernt, dass man am glücklichsten ist, wenn man mit den Menschen zusammen ist, die man liebt. Ich kann dem ´Mann zwar nicht seine Frau zurückbringen, aber ich kann ihm dem Wunsch von einem Weihnachtsfest mit Familie erfüllen. Und wer weiß, was uns noch alles auf unserer Heimkehr begegnet…:)

Liebe Grüße,

Sarah

Teil 1, Teil 2, Teil 3 Hier, Fortsetzung: 18.12.16

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